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ⓘ Regierungsdevise




                                     

ⓘ Regierungsdevise

Die Regierungsdevise, seltener auch als "Äraname" bezeichnet, wurde zur Feudalzeit in China, Korea, Japan und Vietnam bei der Thronbesteigung eines neuen Herrschers ausgerufen. Sie sollte als Motto oder Leitlinie der bevorstehenden Herrschaftsperiode dienen und wurde zugleich als Basis der Jahreszählung verwendet. Die chinesischen Kaiser nutzten dieses System rund 2000 Jahre lang von der Han-Dynastie bis zum Ende der Kaiserzeit, in Japan ist es immer noch gebräuchlich.

In China kam es zunächst häufig vor, dass ein Herrscher nach Ablauf einiger Jahre eine neue Regierungsdevise ausrief, etwa um einen Politikwechsel anzukündigen. Seit der Ming-Dynastie behielt der Kaiser die ursprünglich gewählte Devise üblicherweise bis zu seinem Regierungsende bei, also in der Regel bis zum Tod. Hier liegt ein Grund dafür, dass die Regierungsdevisen der späteren Kaiserzeit wie zum Beispiel Yongle oder Qianlong in der westlichen Literatur oft fälschlich wie Eigennamen verwendet werden.

                                     

1. Äranamen in China

Der chinesische Äraname 年號 / 年号, Niánhào gibt als Regierungsperiode oder Herrschaftstitel die Jahreszählung in der Regierung eines Herrschers an und wird auch zur Benennung gewisser chinesischer Kaiser herangezogen Dynastien Ming und Qing. Manche Kaiser riefen mehrere Ären aus, andere nur eine. Jede neue Ära begann mit dem Jahr 1 元, Yuán. Ursprünglich war der Äraname eine Regierungsdevise, die der Kaiser proklamierte.

                                     

1.1. Äranamen in China Listen der Regierungsdevisen

→ Für eine Tabelle der Herrscherlisten mit Äranamen siehe Kaiserreich China

                                     

1.2. Äranamen in China Heutige Sichtweise

Heute, im Zeitalter der Globalisierung, gerät das chinesische Ärasystem als Teil der chinesischen Kultur in der Gesellschaft und im Alltag der Republik China in Konflikt mit der "westlichen Welt". Während das Volk der Republik China und Japans die geläufigen Äranamen verwendet und diese auch als Einziges von der Regierung anerkannt werden, verkehrt die Regierung mit fremden Nationen in der christlichen Zeitrechnung.

Doch auch in nicht auswärtigen Angelegenheiten ergeben sich Probleme. Abgesehen von der komplizierten Einordnung derjenigen Japaner, die in einer früheren Ära geboren wurden, lässt sich der Schalttag am 29. Februar nur mühsam zurückverfolgen, und Fehler bei der Rückkonvertierung sind nicht ausgeschlossen. Sogar die Bezeichnung künftiger Jahre ist schwierig, weil beispielsweise der Tod des japanischen Tennō und damit der Wechsel der Ära in Japan nicht berechenbar ist.

Auch der Vorwurf des europäischen Kulturimperialismus spielt hierbei eine Rolle, da die christliche Zeitrechnung in religiöser Hinsicht mit der ostasiatischen Kultur nicht vereinbar ist. Durch die fortschreitende Globalisierung wird diese Sorge jedoch zunehmend ignoriert.

Vor allem Wörterbücher des klassischen Chinesisch enthalten neben einer Dynastietabelle häufig auch detaillierte Listen der historischen Regierungsdevisen.



                                     

2. Äranamen in Japan

Hauptartikel: Nengō

Der japanische Äraname ist das in Japan übliche kalendarische Schema, das trotz seines Ursprungs in China weitgehend unabhängig vom chinesischen Kalender ist. Es ist abgesehen von der Republik China das einzige System von Äranamen, das noch in Gebrauch ist. Es gilt bei den japanischen Behörden vor der christlichen Zeitrechnung als verbindlich. Die nicht offiziell gebräuchliche Kurzform der Jahresbestimmung bestehen aus dem ersten Buchstaben der Rōmaji-Schreibung und dem Jahr.

Die japanischen Äranamen basieren auf den chinesischen und wurden im Jahr 645 n. Chr. unter Tennō Kōtoku 孝徳天皇 eingeführt. Der erste Äraname lautete Taika 大化 und war den Taika-Reformen gewidmet, die damals die politische Szene radikal veränderten. Obwohl der Gebrauch der nengō in der zweiten Hälfte des 7. Jahrhunderts unterbrochen wurde, wurde er im Jahr 701 wieder aufgenommen und besteht seitdem fort. Das gegenwärtige Nengō ist seit 2019 Reiwa 令和.

                                     

3. Äranamen in Korea

Die koreanischen Äranamen wurden von den Königreichen Silla, Goguryeo, Balhae, Taebong, Goryeo und Joseon und von Groß-Korea verwendet. Der erste Äraname Dan-gi wird in Korea auch sprichwörtlich für die alte Zivilisation in Korea verwendet.

                                     
  • Zhongzong die Tang - Dynastie wieder her, behielt aber bis 707 ihre Regierungsdevise Shénlóng 神龍  神龙  göttlicher Drache Eine weitere kurze Unterbrechung
  • Regierungsdevisen also sozusagen das Motto, unter dem ein Kaiser regiert. Da vor allem Kaiser späterer Dynastien häufig nur eine Regierungsdevise für
  • Heisei japanisch 平成 steht für: Heisei - Zeit, Nengō Regierungsdevise des japanischen Tennōs Akihito und dessen Regierungsepoche Heisei Kenkyūkai, Fraktion
  • Regierungsdevise die traditionell aus zwei Schriftzeichen bestand. Oft gab auch ein Kaiser im Laufe seiner Regierungszeit weitere Regierungsdevisen aus
  • Shōtoku Taishi, Kronprinz, Regent und japanischer Kulturheld. Shōtoku, eine Regierungsdevise Nengō von 1711 bis 1716 unter dem 114. Tennō Nakamikado
  • der Meiji - Zeit entsprechen die Ära - Namen der vom Kaiser gewählten Regierungsdevise Die Sengoku - Zeit ist nach der gleichlautenden chinesischen Epoche
  • steht für: Ōwa Han ein japanisches Lehen Ōwa Ära eine japanische Regierungsdevise 961 964 OWA steht als Abkürzung für: Odenwald Faserplattenwerk
  • markanten Abschnitt der Regierung eines Kaisers dar, sie kann als Regierungsdevise angesehen werden. Die Übersetzungen der Äranamen sind grobe Interpretationen
  • Umbenennung in Heisei Kenkyūkai erfolgte schlieSlich 1996. Heisei ist die Regierungsdevise des gegenwärtigen Kaisers Akihito, bezeichnet also die Gegenwart. Mit
  • Æthelwald Moll wird König von Northumbria. Er löst König Oswulf ab. Regierungsdevise Qiányuán 乾元 Himmel von Tang - Kaiser Tang Suzong. Der japanische