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ⓘ Tier




                                               

Liste domestizierter Tiere

Diese Liste umfasst domestizierte Tierformen und darüber hinaus einige Wildtierarten, bei denen die Tiere nach einer Zähmung als Nutztiere dienen können.

                                               

Pferde

Die Pferde sind die einzige rezente Gattung der Familie der Equidae. Zur Gattung gehören die wildlebenden Pferde, die verschiedenen Eselformen sowie wenigstens drei Zebra-Arten. Sie schließt auch die aus den Wildtieren domestizierten Hausformen ein. Die Anzahl der Arten und ihre Abgrenzung zueinander sind bis heute umstritten. Insgesamt werden häufig sieben oder acht Arten unterschieden, von denen die Mehrzahl in ihrem Bestand gefährdet ist. Die Tiere leben heute im Afrika südlich der Sahara und im südlichen sowie zentralen und östlichen Asien. Die bewohnten Habitate bestehen aus offenen, ...

                                               

Nagetiere

Die Nagetiere sind eine Ordnung der Säugetiere. Mit etwa 2500 bis 2600 Arten stellen sie rund 40 % aller Säugetierspezies und sind somit die bei weitem artenreichste Ordnung dieser Gruppe. Zugleich sind sie die Gruppe mit den meisten Neubeschreibungen innerhalb der Säugetiere; zwischen 2000 und 2017 wurde mindestens 248 Arten innerhalb der Ordnung neu beschrieben oder neu etabliert. Sie sind nahezu weltweit verbreitet und haben eine Vielzahl von verschiedenen Lebensräumen besiedelt. Nur sehr wenige Nagetiere sind als Kulturfolger oder Heimtiere verbreitet, jedoch prägen diese das Bild der ...

                                               

Fische

Fische oder Pisces sind aquatisch lebende Wirbeltiere mit Kiemen. In der Systematik sind Fische paraphyletisch, d. h., sie bilden keine natürliche Einheit, daher sind sie eine Gruppe morphologisch ähnlicher Tiere. Die Lehre von der Biologie der Fische ist die Ichthyologie oder Fischkunde.

                                               

Wolf

Der Wolf ist rezent das größte Raubtier aus der Familie der Hunde. Wölfe leben meist in Familienverbänden, fachsprachlich Rudel genannt. Hauptbeute sind in den meisten Regionen mittelgroße bis große Huftiere. Die Art war seit dem späten Pleistozän in mehreren Unterarten in ganz Europa, weiten Teilen Asiens, einschließlich der Arabischen Halbinsel und Japan, und in Nordamerika verbreitet. Wölfe wurden in Mitteleuropa ab dem 15. Jahrhundert systematisch verfolgt, im 19. Jahrhundert waren sie in nahezu allen Regionen ihres weltweiten Verbreitungsgebiets vor allem durch menschliche Bejagung st ...

                                               

Waschbären

Die Waschbären sind eine Gattung der Kleinbären. Von den drei Arten der Gattung ist der auch in Europa als Neozoon eingebürgerte Waschbär der bekannteste.

Tier
                                     

ⓘ Tier

Tiere sind Lebewesen mit Zellkern, die ihre Stoffwechselenergie nicht wie Pflanzen aus Sonnenlicht beziehen, Sauerstoff zur Atmung benötigen, aber keine Pilze sind. Zur Energie- und Stoffgewinnung ernähren sich Tiere von anderen Lebewesen. Die meisten Tiere können sich aktiv bewegen und besitzen Sinnesorgane. Die Wissenschaft von den Tieren ist die Zoologie, die Tierwelt wird mit Fauna umschrieben, die Pflanzenwelt mit Flora. Taxonomisch bilden die Tiere das Reich der Animalia.

"Tiere" sind in der biologischen Systematik keine phylogenetische Einheit. Meistens wird in der Taxonomie mit dem "Reich der Tiere" die Gruppe der vielzelligen Tiere Metazoa bezeichnet. Trotz der großen äußeren Unterschiede zwischen Wirbeltieren, Insekten, Seesternen, Quallen und all den anderen vielzelligen Tieren bilden diese nach heutigem Kenntnisstand tatsächlich eine einheitliche systematische Gruppe mit einem gemeinsamen Vorfahren. Der Begriff Metazoa wurde ursprünglich als Gegensatz zu den Protozoa, den einzelligen Tieren, geprägt. Letztere sind aber, wie heute bekannt ist, keine stammesgeschichtlich einheitliche Gruppe. Beispielsweise sind die Wimpertierchen nach heutigem Kenntnisstand näher mit den Pflanzen verwandt beide Gruppen gehören zu den Diaphoretickes als mit den mehrzelligen Tieren.

Obwohl auch der Mensch biologisch gesehen ein Tier ist, wird er im nichtbiologischen Sprachgebrauch, darunter auch in juristischen Kontexten, nicht zu den Tieren gezählt.

                                     

1. Begriffsgeschichte und Taxonomie

Der Begriff Tier lat. animal, im Deutschen zurückgehend auf althochdeutsch tior Seelentier, wildes Tier und verwandt mit gotisch dius atmendes Wesen, wurde bereits im Altertum geprägt und ist ebenso Grundlage der von Carl von Linné begründeten Taxonomie wie auch der biologischen Systematik. Bis zum 19. und dem Anfang des 20. Jahrhunderts wurde nur zwischen Tieren Animalia und Pflanzen Plantae unterschieden, in einführenden Lehrwerken hatte diese Zweiteilung noch lange Bestand.

                                     

2.1. Systematik der Tiere Verwandtschaft

Nach Analyse ihrer DNA-Sequenzen bilden die Tiere, die Pilze und einige im Wesentlichen einzellige Verwandtschaftsgruppen eine Abstammungsgemeinschaft innerhalb der Eukaryoten, die als Opisthokonta bezeichnet wird. Merkmale der Opisthokonta sind u. a.: Zelle mit nur einer Geißel wenn nicht sekundär rückgebildet, diese immer ohne Mastigonema und mit zwei Centriolen. Einzellige Arten oder Stadien besitzen Mitochondrien mit flachen Cristae. Die Opisthokonta umfassen danach zwei Schwestergruppen. Eine davon, die Nucletmycea, umfasst die Pilze und einige meist einzellige verwandte Gruppen. Die andere, die Holozoa genannt wird, umfasst die Tiere und einige verwandte Gruppen. Diese Gruppen sind:

  • Aphelidea: einzellige Parasiten von Algen mit komplexem Lebenszyklus: amöboide Zellen dringen in die Spore der Wirtsalge ein und setzen sich auf der Zelloberfläche fest, diese setzen durch Zellteilung amöboide oder begeißelte Ausbreitungszellen frei.
  • Ichthyosporea; pilzähnliche Parasiten oder Symbionten, zuerst vor allem in Fischarten, inzwischen auch in zahlreichen anderen Tiergruppen nachgewiesen
  • Corallochytrium limacisporum, ein im Meer lebender mariner, frei lebender Einzeller ohne bisher bekannte Verwandte, der erst 1987 in tropischen Korallenriffen entdeckt worden ist
  • Kragengeißeltierchen Choanomonada oder Choanoflagellata.
  • Filasterea; einzellige Protozoen ohne Zellwand und mit sehr langen, unverzweigten Pseudopodien, die entweder frei im Meerwasser leben Ministeria vibrans oder Endosymbionten von Tieren sind Capsasporidae

Die einzelligen Formen sind in den meisten dieser Gruppen durch lange und unverzweigte Zellfortsätze Pseudopodien mit starrem Innenskelett aus Aktinfilamenten gekennzeichnet, während die meisten anderen "Protisten" z. B. die Amoebozoa breite, verzweigte Pseudopodien ausbilden. Die Filamente könnten den Zellfortsätzen Mikrovilli des "Kragens" der Kragengeißeltierchen entsprechen. Die mit den vielzelligen Tieren am engsten verwandte Gruppe sind die Kragengeißeltierchen Choanoflagellata, die mit den Choanozyten der Schwämme Porifera, einem Zelltyp innerhalb der Strudelkammern, viele Gemeinsamkeiten aufweisen.

Die möglichen Verwandtschaftsverhältnisse der bisher näher untersuchten Gruppen und damit die nähere Verwandtschaft der Tiere könnten demnach so aussehen:

  • unbenannt
  • vielzellige Tiere Metazoa
  • "Filozoa"
  • Holozoa
  • Filasterea
  • Opisthokonta
  • Nucletmycea
  • Ichthyosporea
  • Choanomonada

Wie die übrigen erwähnten Gruppen hier einzuordnen wären, ist zurzeit unklar, weil entsprechend umfassende Untersuchungen noch nicht vorliegen. Vermutlich ist aber Corallochytrium limacisporum basal zu den anderen Gruppen einzuordnen.

                                     

2.2. Systematik der Tiere Vielzellige Tiere

Die derzeit in der Wikipedia verwendete Systematik der Tiere ist einsehbar in dem Artikel Systematik der Vielzelligen Tiere. An dieser Stelle sollen bloß die aktuelleren Entwicklungen der Systematik kurz dargestellt werden. Die Systematik der Tiere wird zurzeit intensiv erforscht. Die folgende Darstellung ist deshalb sicherlich nicht die endgültige Fassung. Sie basiert auf einer Reihe aktueller phylogenomischer Arbeiten, wobei den jüngeren/umfangreicheren Publikationen jeweils mehr Gewicht eingeräumt wurde.

  • Animalia
  • Deuterostomia
  • Porifera
  • Eubilateria
  • Protostomia
  • Eumetazoa
  • Coelenterata
  • Bilateria
  • "Eumetazoa+Placozoa"
  • Placozoa
  • Choanoflagellata
  • Metazoa
  • Acoelomorpha

In der dargestellten aktuellen Systematik ist besonders auffällig, dass die Coelenterata wieder berücksichtigt werden. Dies geschieht nach Philippe u. a. 2009 und widerspricht zum Beispiel Dunn u. a. 2008. Darüber hinaus werden einige gebräuchliche Gruppenbezeichnungen aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr verwendet:

  • Coelomata – Synonym für Eubilateria
  • Choanozoa – Paraphylum aus Ichthyosporea, Filasterea und Choanoflagellata
  • Triploblasta – Synonym zu Bilateria
  • Choanoflagellida – Synonym zu Choanoflagellida
  • Choanoflagellates – Synonym zu Choanoflagellata
  • Radiata – Synonym zu Coelenterata
  • Parazoa – Paraphylum aus Porifera und Placozoa
  • Choanomonada – Synonym zu Choanoflagellata
  • Urmetazoa – Synonym zu Metazoa
  • Diploblasta – Synonym zu Coelenterata

Häufig wird Animalia als Synonym zu Metazoa benutzt. Die ein- bis wenigzelligen Choanoflagellata werden demzufolge nicht als echte Tiere betrachtet, sondern als Schwestergruppe zu den Animalia/Metazoa. Das Monophylum, das Choanoflagellata und Metazoa zusammenfasst, trägt dann keinen Namen.



                                     

3. Rechtsstellung Deutschland

In der Tradition des römischen Rechts galten Tiere zivilrechtlich lange Zeit als Sachen. In Deutschland wurden sie 1990 mit der Einfügung von § 90a im Bürgerlichen Gesetzbuch gegenüber den Sachen abgeteilt, unterliegen aber im Allgemeinen weiterhin den sachenrechtlichen Bestimmungen. In Österreich war eine vergleichbare Novellierung 1988 mit § 285a ABGB wirksam geworden, in der Schweiz erfolgte sie 1993 mit dem Art. 641a ZGB. Der deutsche § 90a BGB lautet:

Tierschutz ist in Deutschland ein Staatsziel nach Art. 20a GG. Die Umsetzung ist im Tierschutzgesetz geregelt. Dazu kommen viele weitere Gesetze und Verordnungen wie das Bundesnaturschutzgesetz und das Bundesjagdgesetz sowie die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung oder die Kälberhaltungsverordnung, die teilweise auch europäisches Recht umsetzen.