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ⓘ Novelle




                                               

Atala (Novelle)

Atala ist ein romantischer Roman von François-René de Chateaubriand aus dem Jahre 1801. Bei Atala handelt es sich um die Geschichte einer jungen christlich getauften Halbindianerin. Sie gerät in einen Konflikt zwischen ihrer Liebe und der Keuschheit, die sie ihrer frommen Mutter gelobt hat und tötet sich. Atala bildet zusammen mit René eine Einheit: In ersterem berichtet der Indianer Chactas dem Franzosen René von seiner unglücklichen Liebe zu Atala, der letztere enthält Renés Autobiographie. Atala ist eines der historisch wichtigsten Werke der französischen Romantik und umfasst wesentlich ...

                                               

Die GroSmutter (Nemcova)

Die Großmutter ist ein Roman von Božena Němcová aus dem Jahr 1855. Das Werk ist bis dato der meistverkaufte Klassiker der tschechischen Literatur.

                                               

WeiSe Nächte (Dostojewski)

Weiße Nächte ist eine Novelle des russischen Schriftstellers Fjodor Dostojewski, die erstmals 1848 unter dem Originaltitel Белые ночи. Сентиментальный роман) erschien. Sie handelt von einem Außenseiter, der einer jungen Frau begegnet, in die er sich verliebt und mit der er sich an vier Abenden trifft.

                                               

Wij

Wij ist eine Erzählung des russischen Schriftstellers Nikolai Wassiljewitsch Gogol. Sie erschien im Jahr 1835 als Teil des Sammelbandes Mirgorod und gilt als Klassiker der russischen phantastischen Literatur.

                                               

Die Kampfnatur

Die Kampfnatur, auch Die Kampfbereite, ist eine Erzählung des russischen Schriftstellers Nikolai Leskow, die im April 1866 in den Sankt Petersburger Otetschestwennye Sapiski erschien. In unregelmäßigen Abständen unterhält sich der Ich-Erzähler über mehr als fünf Jahre hinweg mit der Kampfnatur – einer Petersburger Kupplerin aus Mzensk.

                                               

Die Wolokolamsker Chaussee

Die Wolokolamsker Chaussee ist ein Roman des sowjetischen Schriftstellers Alexander Bek, der – in den Jahren 1943/1944 geschrieben – 1945 im Heft 3 der Literaturzeitschrift Stern erschien. Die Übertragung ins Deutsche von Rahel Strassberg kam 1962 im Ost-Berliner Deutschen Militärverlag heraus. Vor Moskau im Oktober 1941: Von seinem Vorgesetzten, dem Division­skommandeur Generalmajor Iwan Wassiljewitsch Panfilow – ehemals Kriegskommissar Kirgisiens – gegen Textende befragt, was er nun eigentlich aus den bisherigen Gefechten gegen die Deutschen gelernt habe, erwidert Oberleutnant Baurdshan ...

Novelle
                                     

ⓘ Novelle

Eine Novelle ist eine kürzere Erzählung in Prosaform. Als Gattung lässt sie sich nur schwer definieren und oft nur ex negativo von anderen Textsorten abgrenzen. Hinsichtlich des Umfangs bemerkte Hugo Aust, die Novelle habe oft eine mittlere Länge, was sich darin zeige, dass sie in einem Zug zu lesen sei. Der Begriff Novelle weist auf eine Neuheit als zentralen Stoff der Gattung hin. Als Begründer der Novellentradition, die bis auf die italienische Renaissance zurückgeht, gilt Giovanni Boccaccio aufgrund des von ihm verfassten Decamerone.

Das deutsche Wort Novelle und das englische Wort novel sowie das spanische Wort novela sind falsche Freunde. Novel und novela bezeichnen einen Roman, keine Novelle. Die im Deutschen als Novelle bezeichnete Prosaform heißt auf Englisch novella oder novelette, auf Spanisch novela corta.

Eine nicht genauer abgrenzbare Zwischenform von Roman und Novelle bildet der Kurzroman, also ein Prosatext, der einen romanhaften Stoff knapp ausführt, bzw. eine Novelle mit Merkmalen des Romans.

                                     

1.1. Charakteristika der Novelle als literarische Gattung Charakteristik

Eine Novelle ist eine Erzählung von kürzerer bis mittlerer Länge. Oft wird darin ein Konflikt zwischen Chaos und Ordnung beschrieben, was zu einem Normenbruch und Einmaligkeit führt. Erzählt wird in der Regel ein einziges Ereignis, daher kommt auch der Ausdruck, die Novelle sei der Singularität verpflichtet. Novellen sind in der Regel sehr klar strukturiert und verfügen über eine geschlossene Form. Oftmals besitzt die Novelle ein Leitmotiv sowie ein Ding-Symbol. In vielen Novellen hat auch der Zufall eine zentrale Bedeutung und ist oft das konstituierende Element.

Goethe formuliert 1827 in einem Gespräch mit Johann Peter Eckermann als wesentliches Merkmal der Novelle "eine sich ereignete unerhörte Begebenheit". In Goethes Werk Novelle ist von einem "seltsamen, unerhörten Ereignis" die Rede. Diese Begebenheit stellt oft den Wendepunkt der Handlung dar. Fritz Martini zufolge verlagert sich jedoch im 19. Jahrhundert der Schwerpunkt weg vom unerwarteten, rätselhaften Faktum und hin zum "psychologisch besonderen Charakter, seiner inneren seelischen Bewegung und seinem Geschick". Oftmals leiden die Protagonisten dann an Isolation, Ausgrenzung oder einem Mangel an Kommunikation.

Weitere Kennzeichen der Novelle sind eine straffe, überwiegend lineare Handlungsführung, der Wechsel zwischen einem stark raffenden Handlungsbericht und dem gezielten Einsatz szenisch und breiter ausgebildeter Partien an den Höhe- und Wendepunkten Peripetie, während die Handlung am Schluss meist ausklingt und die Zukunft der Figuren nur angedeutet wird. Typisch sind Vorausdeutungs- und Integrationstechniken wie Leitmotive, Dingsymbole, die Dominanz des Ereignishaften sowie die Einbettung der Haupthandlung in eine Rahmenhandlung.

                                     

1.2. Charakteristika der Novelle als literarische Gattung Abgrenzung von Drama und Kurzgeschichte

Theodor Storm schrieb, die Novelle sei aufgrund ihres komponierten und strukturierten Aufbaus "die Schwester des Dramas". Aufgrund der Kürze von Novellen liegt zumeist nur eine knappe Exposition vor, die den Leser direkt ins Geschehen leitet. Im Unterschied zur Kurzgeschichte sind eine konsequente Ausformulierung des zentralen Konflikts, eine Tendenz zur geschlossenen Form, ein dialogischer Charakter sowie eine hohe Dichte für die Novelle typisch. Die Novellenforschung hat herausgearbeitet, dass die Novelle oft symbolisch gedeutet werden kann und Sachverhalte verdichtet und so einen – nach Goethe – "unauslotbaren Sinn-Raum" schafft.

                                     

1.3. Charakteristika der Novelle als literarische Gattung Novellentheorie nach Heyse "Falkentheorie"

Regelmäßig wird im Zusammenhang mit der Novelle die von Paul Heyse formulierte "Falkentheorie" angeführt, die Kategorien der Silhouette Konzentration auf das Grundmotiv im Handlungsverlauf und des Falken Dingsymbol für das jeweilige Problem der Novelle als novellentypisch benennt. Heyse führt seine Falkentheorie anhand von Boccaccios Falkennovelle aus dem Decamerone neunte Novelle des fünften Tages aus, erklärt dabei aber den Charakter novellistischer Literatur nur bruchstückhaft und missverständlich, insbesondere weil die von ihm gewählte Novelle überhaupt nicht typisch für die Novellen des Decamerone ist.

                                     

2. Beispiele für Novellen

Innerhalb der deutschen Literatur erlebte das Novellenschaffen seinen Höhepunkt im 19. Jahrhundert, vor allem bei Autoren, die dem poetischen Realismus zuzurechnen sind. Bekannte Verfasser von Novellen in der deutschen Literatur sind zum Beispiel Heinrich von Kleist, Conrad Ferdinand Meyer, Eduard Mörike, Theodor Storm, Paul Heyse, Gottfried Keller, Theodor Fontane, Gerhart Hauptmann, Stefan Zweig, Georg Büchner, Annette von Droste-Hülshoff, Thomas Mann, Wilhelm Raabe, Ludwig Tieck sowie in der Gegenwart Hartmut Lange, Patrick Roth und Uwe Timm.

Bekannte deutschsprachige Novellen sind zum Beispiel: