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ⓘ Religion




                                               

Staatsreligion

Staatsreligion ist eine von einem Staat gegenüber anderen Religionen bevorzugte Religion. In Europa galt nach Beginn der Reformation Anfang des 16. Jahrhunderts und Kriegen zwischen Protestanten und Katholiken im Augsburger Religionsfrieden das Prinzip Cuius regio, eius religio.

                                               

Weltreligion

Bei der Bezeichnung Weltreligion handelt es sich um einen Begriff, der vielfältige Religionen ein grobes Raster einordnet, die sich beispielsweise durch die hohe Anzahl ihrer Anhänger, die überregionale Verbreitung und/oder ihren universalen Anspruch auszeichnen. Theologische Reflexion und metaphysische Spekulation gehören zum Wesen einer Weltreligion. Bei den meisten Weltreligionen haben sich im Laufe der Zeit religiöse Institutionen herausgebildet. Zu der Frage, wie viele Anhänger eine Religion haben muss, um als Weltreligion zu gelten, gibt es keinen Konsens. Verschiedentlich wird auch ...

                                               

Schamanismus

Schamanismus bezeichnet: im engeren Sinne die traditionellen ethnischen Religionen des Kulturareales Sibirien, bei denen das Vorhandensein von Schamanen von europäischen Forschern der Expansionszeit als wesentliches gemeinsames Kennzeichen erachtet wurde. Zur besseren Abgrenzung werden diese Religionen häufig "klassischer Schamanismus" oder auch "sibirischer Animismus" genannt. im weiteren Sinne alle wissenschaftlichen Konzepte, die aufgrund von ähnlichen Praktiken spiritueller Spezialisten in verschiedenen traditionellen Gesellschaften die kulturübergreifende Existenz des Schamanismus pos ...

                                               

Zivilreligion

Als Zivilreligion wird der religiöse Anteil einer politischen Kultur verstanden, der nach Robert N. Bellah notwendig ist, damit ein demokratisches Gemeinwesen funktioniert. Prinzipiell können alle Identität stiftenden oder Akzeptanz schaffenden Elemente für eine Kultur die Funktion religiöser Anteile erfüllen. Zivilreligiös sind in diesem Sinne alle kulturellen Anteile, die alleine durch politisches Handeln nicht verändert, abgeschafft oder eingeführt werden können. Die Voraussetzung für Zivilreligion ist die Trennung von Kirche und Staat. Staatliche und religiöse Zielsetzungen differieren ...

                                               

Volksglaube

Der Begriff Volksglaube findet sich in der deutschsprachigen Geisteswissenschaft seit dem späten 18. Jahrhundert. Oft wird er synonym zum pejorativ besetzen Begriff Aberglauben verwendet, also auf als heidnisch oder okkult empfundene Überzeugungen und Handlungen bezogen. Andere Autoren bezeichnen mit Volksglauben die so genannte Volksfrömmigkeit, also vom kirchlichen Lehramt nicht vorgesehene, aber sanktionierte oder geduldete Glaubenspraktiken. Im Laufe der andauernden Diskussion um den Begriff und seine Tauglichkeit wurden auch Definitionen versucht, welche die Gesamtheit der Erscheinung ...

                                               

Indogermanische Religion

Der Begriff Indogermanische oder Indoeuropäische Religion wurde kurz nach Entdeckung der indogermanischen Sprachfamilie geprägt, als eine sprachlich und sachlich recht enge Verwandtschaft zwischen lateinisch Jupiter/Diēspiter, griechisch Zeus pater und altindisch Dyaus Pita offenkundig wurde. Jedoch konnte daraus – trotz zahlreicher Versuche und Überlegungen, teilweise mittels falscher Vergleiche – kein größerer Zusammenhang rekonstruiert werden. Paul Thieme lieferte bahnbrechende Erkenntnisse, als er entdeckte, dass die indogermanischen Götter keine Personifikationen von Naturelementen si ...