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ⓘ Korrosija Metalla




Korrosija Metalla
                                     

ⓘ Korrosija Metalla

Korrosija Metalla ist eine russische Metal-Band. Einziges konstantes Mitglied ist Sergei Troizki, auch bekannt unter dem Pseudonym "Паук".

                                     

1.1. Bandgeschichte 1982 bis 1993

Korrosija Metalla wurde 1982 von Bassist und Sänger Sergei Troizki in Moskau gegründet. Da Heavy Metal von den zu der Zeit noch regierenden Kommunisten nicht toleriert wurde, dauerte es bis 1985, als die Band ihr Demo unter dem Titel Wlast Sla kyrill.: Власть зла, dt.: ‚Macht des Bösen herausbrachte unter diesem Titel erschienen später auch je eine EP, ein Live-Album und eine DVD. Das darauf enthaltene Lied Luzifer wurde fortan zum festen Bestandteil ihrer Konzerte.

1987 folgte ein Auftritt im Kulturhaus Roter Oktober in Moskau, der als Live-Album kyrill.: Жизнь в Октябре, dt.: ‚Live im Oktober veröffentlicht wurde. 1988 schließlich veröffentlichte die Band ihr Debütalbum Orden Satany im Eigenverlag Samisdat, spätere Wiederveröffentlichungen erfolgten über Moroz Records. Das Album wurde einige Jahre später neu eingespielt und von Borge und LEX vom Online-Magazin Metalglory als Klassiker bezeichnet. 1989 folgte erneut im Selbstverlag das zweite Album Russian Vodka und 1990 das dritte Album Kannibal, das neben den regulären Stücken auch drei Live-Mitschnitte enthält. Letzteres Album wurde auf dem sowjetischen Staatslabel Melodija veröffentlicht.

Im Zuge des Putschversuchs im August 1991 spielten Korrosija Metalla live auf Seiten der Verteidiger der Demokratie; es existieren Videoaufnahmen der Band zusammen mit Boris Nikolajewitsch Jelzin und dem freigelassenen Michail Sergejewitsch Gorbatschow. Aufsehen außerhalb Russlands erregte die Band aufgrund eines Berichtes im Wall Street Journal vom 18. Februar 1993, nach dem Troizki mit Unterstützung der rechtsextremen Russischen Nationalen Partei für das Amt des Bürgermeisters von Moskau kandidierte.

Die Aussagen Troizkis in einem Interview mit der Komsomolskaja Prawda am 23. Januar 1993 lassen auch den Schluss zu, dass es sich um eine Kampagne zu Gunsten seiner Person und der Band gehandelt hat.

                                     

1.2. Bandgeschichte Ab 1994

Troizki bekannte sich immer offener zum Ultranationalismus und zu rechtsextremem Gedankengut, und auch die Band selbst zeigte sich offen rechtsextrem.

Als sich 1993 und 1994 in Russland "eine Art Pogromstimmung unter Jugendlichen ausbreitete", gehörte der als sehr charismatisch beschriebene Troizki zu denjenigen, die diese Strömung für ihre Ziele nutzen konnten. Eine Zeitung berichtete über eine "Allianz zwischen gewalttätigen Metalfans und den radikalen politischen Parteien des rechten Flügels". Außerdem erregte die Band durch ihre Bühnenshows Aufsehen, in denen "auf der Bühne zwischen den Musikern umherstolzieren und masturbieren".

Die 2000 erschienene Zusammenstellung Bei tschertei – spassai Rossiju! kyrill. Бей чертей – спасай Россию!, dt. ‚Schlagt die Teufel – Rettet Russland!, gab alle bis dahin veröffentlichten rassistischen und nationalistischen Lieder der Band wieder. In der Black-Metal-Szene wurde die Band durch das Buch Lords of Chaos und eine Coverversion der Band Nifelheim bekannt. Hierbei handelt es sich um ein Stück aus der Zeit vor dem politischen Wandel der Band, mit dem die Nifelheim-Musiker nichts zu tun haben wollen.

2008 erschien die Kompilation Russian Vodka, nicht identisch mit dem Album von 1989, als Best of für den nordamerikanischen Markt gedacht und zugleich die letzte Veröffentlichung des inzwischen aufgelösten, dem NSBM-Umfeld zuzuordnenden Labels Vinland Winds von Richard "Grimnir Wotansvolk" Mills, dem 2006 verstorbenen Sänger der US-amerikanischen NSBM-Band Grand Belial’s Key. Auf der Kompilation coverte die Band Hail the New Dawn von der bekannten englischen Rechtsrock-Band Skrewdriver. Zum Logo der Band gehört inzwischen auch eine Spinne, deren Beine in Form einer sechsarmigen Swastika dargestellt werden.

Im Juni 2010 erschien das Album Woina mirow, ein Konzeptalbum über Naturkatastrophen, außerirdische Invasoren und verschiedene bekannte Horror- und Science-Fiction-Motive. So handelt das Lied Bunt i Wosstanije Schelesnych Maschin Бунт и Восстание Железных Машин, dt. ‚Aufruhr und Aufstand der Eisernen Maschinen beispielsweise von den Filmen der Terminator -Reihe.

                                     

2. Musikstil und Texte

Korrosija Metallas Demoaufnahme Wlast Sla ist im Stil der zeitgenössischen Veröffentlichungen von Slayer und Metallica gehalten und enthält mit Luzifer ein Lied, das fester Bestandteil ihrer Konzerte wurde. Der Klang ist laut Borge vom Metalglory Magazine "scheiße". Auf dem Live-Album Schisn w Oktjabre klang der Gesang "rauher und aggressiver, an den Instrumenten war man gereifter, auch wenn manches livebedingt noch quietschig klingt. Aber es gab das volle Brett, für damalige Sowjetverhältnisse unvorstellbar, Metallica- und Slayer-mäßiger Speed und Thrash." LEX vom Online-Magazin Metalglory nennt das Debütalbum Orden Satany einen Klassiker und beschreibt die Musik als "sehr rauen, rotzigen Thrash, der mit Punk Elementen und richtigem Rockn Roll durchaus als eine russischsprachige, aber durchgedrehtere, härtere Variante von Motörhead durchgehen kann".

Auf dem dritten Album Kannibal finden sich neben Neuaufnahmen älterer Lieder neuere, punk-/thrash-lastige. Das vierte Album Sadism ist "das heftigste, was sie bis dato einprügelten. Wie der Titel schon andeutet, wird hier im Hyperspeed-Thrash nach allen Regeln gemetzelt und gesplattert. Aus diesem Blutbad ragen aber dennoch das geniale Midtempostück ‚Come to Sabbath sowie ‚Kiss of Devil heraus."

Troizki bekannte sich immer offener zu rechtsextremem Gedankengut, und auch die Band selbst zeigte sich offen rechtsextrem: "Der beliebteste Song von Korrozia Metalla", laut Michael Moynihan und Didrik Soderlind Lords of Chaos, ist Kill the Сунарефа ‚Tötet die Sunaref vom Album Садизм 1992. Sunaref ist "ein Gossenausdruck für die Minderheiten dunkler Hautfarbe aus dem Süden". Über den Titel schrieb die Band:

Die Übersetzungen der Anmerkungen zu diesem Lied erschienen im September 1993 in einem Penthouse -Artikel. Auf dem 1995 erschienenen Album 1.966 prangt ein stilisiertes Hakenkreuz, und auch die Musik hat sich stark gewandelt. Es dominieren digital verzerrte Klänge. Auf dem Live-Album Nicht Kapituliren mit deutschem Titel und Rechtschreibfehler im Original findet der Spruch Gott mit uns Verwendung, der sich auch auf den Gürtelschnallen der Wehrmachtsoldaten befand, und im Beiheft "sieht man einen nachgemachten Adolf Hitler, wie er eher wie eine Witzfigur zwischen zwei nackten Mädels auf der Bühne steht". Auf der EP Saderschite pojesd finden sich keine Hakenkreuze oder Hitler-Abbildungen, auf dem folgenden Album Kompjuter-Gitler schließlich kokettiert die Band offen mit der Symbolik der Nationalsozialisten, so findet sich im Beiheft ein originalgetreues Abbild von Hitler zwischen nackten Frauen. Bilder von nackten Frauen mit Hakenkreuzfahnen und Hitler-Bilder finden sich auch auf den folgenden Veröffentlichungen.



                                     

3.1. Diskografie Studioalben

  • 1988 – Orden Satany Орден Сатаны, dt. ‚Satansorden
  • 1995 – 1.966
  • 1990 – Kannibal Каннибал, dt. ‚Kannibale
  • 2010 – Woina mirow Война миров, dt. ‚Krieg der Welten
  • 2003 – Belyje wolki Белые волки, dt. ‚Weiße Wölfe
  • 1992 – Sadism Садизм, dt. ‚Sadismus
  • 2002 – Jasytscheskije bogi Языческие боги, dt. ‚Heidnische Götter
  • 1989 – Russian Vodka
  • 1997 – Kompjuter-Gitler Компьютер-Гитлер, dt. ‚Computer-Hitler
                                     

3.2. Diskografie Live-Alben

  • 1997 – Adski konzert Адский концерт, dt. ‚höllisches Konzert
  • 1990 – Debosch w Orlenke Дебош в Орленке
  • 1998 – Ugar w Poljarnom! Угар в Полярном!, dt. ‚Qualm in der Arktis!
  • 1987 – Schisn w Oktjabre Жизнь в Октябре, dt. ‚Live im Oktober
  • 1995 – Nicht Kapituliren
  • 2005 – Sesch schiwjem! Съешь живьем!, dt. ‚Lebendig verspeisen!
                                     

3.3. Diskografie EPs

  • 2002 – Glasa wampira Глаза вампира, dt. ‚Vampiraugen
  • 1996 – Saderschite pojesd Задержите поезд, dt. ‚Den Zug aufhalten
  • 2001 – S Nowym Godom! С Новым Годом!, dt. ‚Frohes neues Jahr!
  • 1997 – Tschelowek so schramom Человек со шрамом, dt. ‚Ein Mann mit Narbe
  • 1999 – On ne ljubil utschitelei Он не любил учителей, dt. ‚Er mochte die Lehrer nicht
  • 2006 – Wlast sla Власть зла, dt. ‚Macht des Bösen
                                     

3.4. Diskografie Zusammenstellungen

  • 2004 – W raiu В раю, dt. ‚Im Paradies
  • 2003 – Radostnaja schisn Радостная жизнь, dt. ‚Fröhliches Leben
  • 2008 – Russian Vodka
  • 1997 – Wenera Венера, dt. ‚Venus
  • 2005 – Grand Collection
  • 2007 – Wlast sla Власть зла, dt. ‚Macht des Bösen
  • 2000 – Bei tschertei – spassai Rossiju! Бей чертей – спасай Россию!, dt. ‚Schlagt die Teufel – Rettet Russland!
  • 2001 – Samogon Самогон, dt. ‚Selbstgebrannter Schnaps
  • 2001 – Legendy russkowo roka Легенды русского рока, dt. ‚Legenden des russischen Rock
  • 1998 – Tanzewalny rai & ad Танцевальный рай & ад, dt. ‚Tanzparadies und Hölle
  • 2003 – Tschad kutescha Чад кутежа, dt. ‚Qualm der Orgie
  • 2004 – The Greatest Hits
                                     

3.5. Diskografie Video/DVD

  • 2006 – Dewki, musyka, buchlo i ugar!
  • 1991 – Kannibal-tur Каннибал-тур, dt. ‚Kannibal-Tournee
  • 2011 – Wlast sla Власть зла, dt. ‚Macht des Bösen
  • 1996 – Schelesny marsch po Krymu Железный марш по Крыму, dt. ‚Eiserner Marsch auf der Krim
  • 1993 – Sadism-tur Садизм-тур, dt. ‚Sadismus-Tournee
  • 2001 – Live Kiev & Moscow
  • 2006 – Dewki, musyka, buchlo i ugar! Film wtoroi
  • 2011 – Sesch schiwjem Съешь живьем, dt. ‚Lebendig verspeisen
  • 1996 – Brynzalow-tur Брынцалов-тур, dt. ‚Brynzalow-Tournee